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Gast-Kommentar
Kolumne
25.04.2026
25.04.2026 11:54 Uhr

Neue Regeln für Grossbanken

Der Bundesrat will die Eigenkapitalanforderungen so verschärfen, dass Staat und Steuerzahlende nicht für internationale Expansionsrisiken der Banken haften müssen, insbesondere in den USA.
Der Bundesrat will die Eigenkapitalanforderungen so verschärfen, dass Staat und Steuerzahlende nicht für internationale Expansionsrisiken der Banken haften müssen, insbesondere in den USA. Bild: Linth24
Nach Finanzkrise und CS-Übernahme verschärft der Bundesrat die Eigenkapitalregeln für die UBS. Mehr Sicherheit steht geringerer Profitabilität gegenüber.

Im Jahr 2008 geriet die UBS während der weltweiten Finanzkrise in grosse Schwierigkeiten und benötigte Staatshilfe in Milliardenhöhe. Einige Jahre später stand auch die Credit Suisse vor dem Kollaps und musste gerettet werden. Am Wochenende des 19. März 2023 erarbeitete der Bundesrat eine 48-Stunden-Notlösung: eine Zwangsfusion mit der UBS. Dadurch ist die UBS heute sehr gross geworden.

Strengere Regeln nach CS-Übernahme

Neue Vorschriften sollen die Stabilität des Finanzplatzes Schweiz sichern. Die Eigenmittelanforderungen sollen risikosensitiver ausgestaltet werden. Eine Kapitalerhöhung ist jedoch umstritten: Sie erhöht die Sicherheit, reduziert aber die Profitabilität.

Am 22. April 2026 entschied der Bundesrat, dass die UBS ihr Eigenkapital deutlich erhöhen muss. Die Anforderungen werden insbesondere nach der Übernahme der Credit Suisse verschärft.

Traditionell wenig Eigenkapital

Grossbanken weisen traditionell ein relativ tiefes Eigenkapital in der Bilanz auf – zwischen zwei und vier Prozent. Kantonalbanken sind grundsätzlich besser finanziert. Schweizer multinationale Industriegesellschaften verfügen teilweise über 50 Prozent oder mehr Eigenkapital.

Forderungen des Bundesrats

Der Bundesrat will die Eigenkapitalanforderungen so verschärfen, dass Staat und Steuerzahlende nicht für internationale Expansionsrisiken der Banken haften müssen, insbesondere in den USA. Die geplanten Massnahmen könnten zusätzliche Anforderungen von bis zu rund 40 Milliarden US-Dollar mit sich bringen. Bereits aufgrund der CS-Übernahme musste die UBS rund 18 Milliarden US-Dollar mehr Eigenkapital halten.

Widerstand der UBS

Die UBS argumentiert, sie verfüge bereits über genügend Eigenkapital und eine sehr robuste Bilanz. Die Diskussionen über Höhe und Zeitplan der neuen Anforderungen dürften sich noch länger hinziehen und sind nicht abgeschlossen. Die Bank könnte die Vorgaben durch geringere Gewinnausschüttungen und einen Stopp von Aktienrückkäufen erfüllen, lehnt dies jedoch aus Wettbewerbsgründen ab.

Politischer Prozess offen

Eine Änderung des Bankengesetzes muss noch vom Parlament beschlossen werden. Zudem besteht eine Referendumsmöglichkeit für das Volk. Gleichzeitig wird vor einer möglichen Überregulierung gewarnt. Mehrheitsfähige Kompromisse sind noch zu finden.

Mehr als nur Kapitalfragen

Der Bericht hält fest: Eigenkapital allein ist keine Garantie. Die Credit Suisse scheiterte letztlich an Misswirtschaft. Als Alternative wird eine Aufspaltung der UBS in einen Schweizer und einen internationalen Teil ins Spiel gebracht.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst Portal24
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