Der Unternehmensbereich Electrical Technology ist globaler Marktführer für Hochspannungsisolation, einer Kernkomponente von Leistungs- und Verteiltransformatoren. Transformatorenhersteller auf der ganzen Welt profitierten im letzten Jahr erneut vom stark steigenden Trend der Elektrifizierung. Der dazu notwendige Ausbau der Stromübertragungsnetze beschert der Branche voll ausgelastete Fertigungen und über Jahre gefüllte Auftragsbücher. Auch die Weidmann Produktionsanlagen liefen an allen Standorten auf Hochtouren. Deshalb richtete sich der Fokus 2025 auf die erfolgreiche Umsetzung von Ausbauprojekten. Von Nordamerika über Europa bis hin zu China sind neue Werke mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 250 Millionen Franken am Entstehen. In Mexiko und in Kroatien wurden 2025 bereits neue, zusätzliche Komponentenwerke eröffnet. Die letztjährig eingeführten Zölle der USA hatten nur einen geringen Einfluss auf das Weidmann Geschäft. Seit langem schon sind die meisten Fertigungsschritte der Gruppe dezentral in den wichtigen Kundenregionen angesiedelt, so auch in Nordamerika. Insbesondere in den USA sind die massiv gesteigerten Investitionen in Rechenzentren für künstliche Intelligenz ein Beschleuniger für den Ausbau einer leistungsfähigeren Energieinfrastruktur. Zusammen mit dem immensen Erneuerungsbedarf veralteter Stromnetze festigt dies in allen Regionen den langfristig positiven Marktausblick des Geschäftsbereichs und lässt Raum für weitere Wachstumsmöglichkeiten.
KI optimiert Produktion
Der Unternehmensbereich Medical Technology stellt hochpräzise Kunststoffkomponenten für die medizinische Diagnostik und die Arzneimittelverabreichung, etwa in vorgefüllten Spritzen, her. Die Fertigung erfolgt in hohen Serienstückzahlen, in einer Reinraumumgebung und unter strengen Qualitätsvorschriften. 2025 entwickelte sich der Bereich über den Erwartungen, insbesondere auch wegen der hohen Auslastung der kürzlich in Betrieb genommenen Fertigung für Diagnostikprodukte in Saltillo, Mexiko und Rapperswil. Der Bereich investiert kontinuierlich in die Digitalisierung der Produktions- und Prüfsysteme. So werden etwa die neuen Anlagen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz überwacht, was es den Weidmann Experten ermöglicht, bei Prozessabweichungen oder Störungen umgehend Optimierungen aus der Ferne durchzuführen.
Neue Anlage setzt Massstäbe
Mit der Inbetriebnahme einer neuen Anlage für hochpräzise Diagnostikgefässe in Bad Ragaz wurde zudem ein Meilenstein in der hochautomatisierten Produktion erreicht. In der umgesetzten Lösung ist vom Rohmaterialeintrag bis hin zum Versand der endverpackten Produkte keine manuelle Intervention mehr notwendig.
Das weltweit steigende Niveau der Gesundheitsversorgung bildet eine solide Grundlage für ein langfristig positives Wachstum des Geschäftsbereichs.
Innovation treibt die Zukunft
Die Weidmann Gruppe engagiert sich zudem in der Entwicklung und dem Vertrieb von innovativen, cellulosebasierten Faserprodukten. So wurde 2025 beispielsweise die Vermarktung einer auf mikrofibrillierter Cellulose basierten, eigenentwickelten Formulierung für die Kosmetikindustrie gestartet. Dieses und weitere Innovationsprojekte unterstreichen den unternehmerischen Erneuerungsgeist des im kommenden Jahr 150 Jahre alten Familienunternehmens.
Generalversammlung 22. April
An der Generalversammlung vom 22. April wurde Jurg Brunner (CH/USA), früheres Mitglied der Geschäftsleitung, in den Verwaltungsrat gewählt.
Aussichten
Für das laufende Jahr erwartet die Gruppe weiteres Wachstum. Die neu geschaffenen
Fertigungskapazitäten ermöglichen es, die Liefermengen in beiden Geschäftsbereichen zu steigern. Auch langfristig bleiben die Aussichten positiv, insbesondere getrieben von der fortschreitenden Elektrifizierung. Risiken bestehen vor allem aufgrund der Vielzahl an Krisenherden in der Welt und möglichen Kosten- und Lieferkettenverwerfungen.