Insgesamt 87 Menschen – ebenfalls mehr als in den Vorjahren – haben sich für einen Eintritt entschieden. Der Mitgliederbestand der katholischen Kirche im Kanton St.Gallen betrug somit per Ende letzten Jahres knapp 194'500 Personen.
Nach dem sprunghaften Anstieg der Kirchenaustritte im Nachgang zu der im September 2023 veröffentlichten Vorstudie zu den Missbrauchsfällen der katholischen Kirche Schweiz, sind die Zahlen mittlerweile wieder stark sinkend. Dennoch schmerzt jeder Kirchenaustritt. Spürbar ist die sinkende Zahl der Kirchenmitglieder auch bei den Finanzen.
Sparanstrengungen nötig
Bereits auf das diesjährige Budget hin wurden beim Katholischen Konfessionsteil des Kantons St.Gallen Sparanstrengungen unternommen, um ein ausgeglichenes Budget präsentieren zu können.
«Weitere Massnahmen werden in den kommenden Jahren nötig sein, um ein strukturelles Defizit zu vermeiden», sagt Verwaltungsdirektor Thomas Franck. «Welche konkreten Einsparungen auf das nächste Jahr hin geplant sind und wo der Administrationsrat als Exekutive auch konkrete Verzichte beabsichtigt, zeigt sich dann in der Budgetbotschaft an das Katholische Kollegium im Herbst.»
Freude über Eintritte
Vergleicht man die diesjährigen Ein- und Austrittszahlen mit den vergangenen Jahren, so zeigt sich, dass beide Parameter in eine erfreuliche Richtung weisen. Die Austritte sind erstmals seit sechs Jahren wieder unter die 3'000er-Marke gefallen. Die Zahl der Eintritte liegt mit 87 höher als die Statistiken der letzten zehn Jahre ausweisen.
«Auch wenn die Eintritte auf einem tiefen Niveau bleiben, so ist doch sehr erfreulich, dass es immer wieder Menschen gibt, dies sich ganz bewusst für eine Zugehörigkeit zur katholischen Kirche entscheiden», sagt Thomas Franck.
Zuzüge, Wegzüge, Geburten und Todesfälle sind bei den Ein- und Austrittszahlen nicht berücksichtigt. Seit einigen Jahren liegt die Anzahl der Todesfälle über den Geburten, respektive es werden mehr Menschen kirchlich bestattet als getauft.
Insgesamt gehörten Ende Dezember 2025 194'359 Personen der katholischen Kirche im Kanton St.Gallen an. Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Abnahme um 2,08 Prozent.