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Fussball
14.04.2026
15.04.2026 06:31 Uhr

Knall beim FCZ: Hediger weg, Koller kommt

Soll die Freude in den Letzigrund zurückbringen: Marcel Koller weiss, wie man Titel gewinnt.
Soll die Freude in den Letzigrund zurückbringen: Marcel Koller weiss, wie man Titel gewinnt. Bild: FCZ
Der FC Zürich reagiert auf den sportlichen Absturz und feuert Trainer Dennis Hediger. Ab Sommer übernimmt Marcel Koller. Interimistisch tritt Carlos Bernegger an die Seitenlinie.

Der FC Zürich zieht die Reissleine. Nach der sportlich enttäuschenden Entwicklung wird die Zusammenarbeit mit Dennis Hediger per sofort beendet. Bis zum Ende der laufenden Saison übernimmt Carlos Bernegger interimistisch das Steuer. Eine Übergangslösung, eine Brücke, ein Versuch, Ruhe in unruhigen Zeiten zu bringen.

Koller: Erfahrung, Autorität, Titel

Ab Sommer weht aber ein neuer Wind auf dem Letzigrund. Marcel Koller wird als Cheftrainer verpflichtet. Arbeitsbeginn: 1. Juni 2026. Der 65-jährige Zürcher bringt das mit, was im Letzigrund zuletzt fehlte: Erfahrung, Gelassenheit – und eine beeindruckende Visitenkarte.

Meistertrainer bei GC und St. Gallen

Koller gewann Meistertitel mit dem FC St. Gallen und den Grasshoppers, holte den Cup mit Basel. In Deutschland coachte er den 1. FC Köln und den VfL Bochum, ehe er während sechs Jahren die österreichische Nationalmannschaft führte – und sie 2016 an die Europameisterschaft brachte.

Oder mit anderen Worten: Koller ist ein Trainer, der weiss, wie man Mannschaften baut. Und wie man sie stabilisiert.

Afrikanische Titel

Zuletzt arbeitete Koller in Ägypten – bei Al Ahly, dem Giganten des afrikanischen Fussballs. Zwischen 2022 und 2025 sammelte er Titel wie andere Briefmarken: Mehrere nationale Trophäen, zweimal die Afrikanische Champions League, dazu Rang drei an der Klub-Weltmeisterschaft 2023.

Erfolg kennt bei Koller keine geografischen Grenzen. Von Zürich bis Kairo – seine Handschrift bleibt dieselbe: Disziplin, Organisation, Pragmatismus.

Rückkehr eines Zürchers

Und Koller kennt den Zürcher Fussball wie kaum ein anderer. Der gebürtige Schwamendinger prägte die Grasshoppers, lief für die Schweizer Nationalmannschaft auf, durchlebte die Emotionen der Stadt aus nächster Nähe.

Nun kehrt er zurück. Nicht als Nostalgie-Projekt, sondern als Stratege, der eine nachhaltige Entwicklung einleiten soll.

Substanz und Routine

Der FC Zürich setzt damit ein deutliches Zeichen: weniger Experimente, mehr Erfahrung. Weniger Risiko, mehr Stabilität. Vor allem: Im Letzigrund wird wieder auf Substanz gesetzt. Auf Routine. Auf Autorität.

Thomas Renggli
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