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Schweiz
23.03.2026
23.03.2026 18:49 Uhr

Mehr Gewalt und mehr Femizide

Wegen schweren Gewaltdelikten musste die Polizei 2025 öfters ausrücken als noch im Jahr davor.
Wegen schweren Gewaltdelikten musste die Polizei 2025 öfters ausrücken als noch im Jahr davor. Bild: Kantonspolizei St. Gallen
Die Kriminalität in der Schweiz ist 2025 leicht rückläufig. Gleichzeitig nehmen schwere Gewalt, häusliche Delikte und Vergewaltigungen deutlich zu. Bei ausländischen Tätern zeigt sich ein Anstieg.

Insgesamt registrierte die Polizei schweizweit 554'963 Straftaten – 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Grund dafür sind vor allem rückläufige Diebstähle und weniger Cyberkriminalität.

55 Tötungsdelikte mehr

Dem gegenüber steht jedoch ein klarer Anstieg bei schweren Gewaltdelikten. Die Zahl der Tötungsdelikte stieg auf 55 Fälle. Mehr als die Hälfte davon ereignete sich im häuslichen Umfeld. Besonders betroffen sind Frauen: Sie machen über die Hälfte der Opfer aus, im häuslichen Bereich sogar rund drei Viertel.

Häusliche Gewalt nimmt zu

Auch die häusliche Gewalt nimmt weiter zu. Über 22'000 Straftaten wurden in diesem Bereich registriert – ein Höchstwert. Zugenommen haben unter anderem Körperverletzungen, Drohungen und Nötigungen. Deutlich gestiegen sind zudem die Vergewaltigungen (+29 Prozent auf 1402 Fälle). Dies hängt auch mit dem neuen Sexualstrafrecht («Nein heisst Nein») zusammen, das seit Mitte 2024 gilt.

Mehr beschuldigte Ausländer

Bei den Tatverdächtigen zeigt sich: Die Zahl der beschuldigten Schweizer blieb stabil. Dagegen nahm sie bei ausländischen Personen zu – sowohl bei der Wohnbevölkerung (+2,9 Prozent) als auch bei übrigen Ausländern (+1,3 Prozent). Nur in der Asylbevölkerung gab es einen Rückgang.

Die Statistik zeigt damit ein widersprüchliches Bild: weniger Delikte insgesamt, aber mehr schwere Gewalt.

tre
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