Die Spannung im Dorfsaal Benken war greifbar. Politiker und Unternehmer diskutierten die bevorstehenden EU-Verträge mit einer Mischung aus Sorge und Pragmatismus. Auf dem Podium standen Diego Hagmann aus Amden, Facharzt und Adrian Wiedmer, Unternehmer aus Jona (beide GLP) als Befürworter der Verträge. Die Gegenseite vertraten Lisa Leisi aus Bütschwil, Präsidentin EDU SG und SVP-Nationalrat und Jurist Lukas Reimann aus Wil. Moderiert wurde die Debatte vom Benkner SVP-Präsident Jürg Hofstetter.
Lukas Reimann und Lisa Leisi betonten, dass die Schweiz trotz wirtschaftlicher Nähe zur EU ihre Souveränität wahren müsse. Die neuen Abkommen sollen Rechtssicherheit bieten, doch die dynamische Rechtsübernahme sorge bei vielen für Unbehagen. Man dürfe sich nicht in alten Konzepten verlieren, tönte es von Diego Hagmann und Andreas Wiedmer; ein Appell an Pragmatismus statt Ideologie.
Wirtschaft unter Druck
Die grossen Schweizer Firmen sehen in den Abkommen eine Chance. Rechtssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen seien entscheidend, um global wettbewerbsfähig zu bleiben. «Die Wirtschaft, die innovativ, stark und international tätig ist, unterstützt die Bilateralen», meinte Adrian Wiedmer. Lisa Leisi äusserte die Bedenken der kleineren Betriebe. Regulierungen und EU-Vorgaben könnten sie überfordern, die Angst vor mehr Konkurrenz sei spürbar. Die Unterschiede zeigten über den ganzen Abend, wie gespalten das Bild ist: zwischen den Profiteuren des internationalen Handels und den kleineren Betrieben auf nationaler Ebene.