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Rapperswil-Jona
15.03.2026
16.03.2026 12:08 Uhr

Kunst belebt den Rapperswiler Hauptplatz

v.l. Daniela Thomet, Künstlerin der Ausstellung «Refugio Ambulante».; Ruth Pilotto, Kunstmediatorin und Gründerin IntegrArte Rapperswil-Jona.
v.l. Daniela Thomet, Künstlerin der Ausstellung «Refugio Ambulante».; Ruth Pilotto, Kunstmediatorin und Gründerin IntegrArte Rapperswil-Jona. Bild: Markus Arnitz, Linth24
Mit «Refugio Ambulante» wartet auf dem Hauptplatz im Rahmen der Aktionstage gegen Rassismus eine besondere Kunstinstallation auf Besucher.

Der Hauptplatz in Rapperswil ist ein Ort des Kommens und Gehens. Am Freitagabend jedoch wurde er zu etwas anderem: zu einem lebendigen Raum für Kunst, Gedanken und Begegnung. Mit der Vernissage der Installation «Refugio Ambulante» der Künstlerin Daniela Thomet verwandelte sich der Platz für einen Moment in eine Bühne für Geschichten über Herkunft, Identität und Zusammenleben. Federführend präsentiert wird das Projekt von IntegrArte im Rahmen der Aktionstage gegen Rassismus in Rapperswil-Jona. Beim Rundgang durch die Installation wird rasch klar: Hier geht es nicht nur um Bilder. Hier geht es um Menschen, um Erfahrungen und um die Frage, wie Vielfalt eine Gesellschaft bereichern kann.

Ein Manifest der Vielfalt

«Refugio Ambulante» versteht sich als visuelles Manifest. Migration wird darin nicht als Verlust von Heimat dargestellt, sondern als kraftvoller Prozess der Einwurzelung und kulturellen Bereicherung. Elf Illustrationen im F4-Format sind auf dem Hauptplatz verteilt und verwandeln ihn symbolisch in eine Zuflucht für Gedanken und Gespräche. Die Besucherinnen und Besucher bewegen sich von Bild zu Bild, bleiben stehen, schauen genauer hin und beginnen miteinander zu reden. Genau das macht die Kraft dieser Installation aus: Sie bringt Kunst direkt dorthin, wo Menschen sich begegnen.

  • Die in Basel lebende Künstlerin Daniela Thomet erklärt die Werke ihrer Ausstellung «Refugio Ambulante». Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Bildausschnitt aus Werken der Ausstellung «Refugio Ambulante» auf dem Hauptplatz in Rapperswil. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Die kolumbianische Künstlerin Daniela Thomet lebt in Basel. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Vogel Gryff, aus einem der Werke aus «Refugio Ambulante». Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Daniela Thome, «Refugio Ambulante», Kunst die aus dem Herzen kommt. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Die Rückseite auf jeder Tafel erzählt die Geschichte zum Bild. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Daniela Thomet. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Antonia McGrane moderierte die Ausstellung. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • v.l. Ruth Pilotto; Daniela Thomet. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Ruth Pilotto gründete 2022 das Projekt IntegrArte in Rapperswil-Jona. Sie verbindet Brücken zwischen Kulturen durch Kunst. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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Symbole, die Geschichten erzählen

Die Bildwelt von Daniela Thomet arbeitet mit starken Symbolen. Die Schnecke steht für den eigenen Rhythmus und ein Haus, das man immer mit sich trägt; ein Sinnbild für Identität und Schutz. Das Nest wiederum erinnert an Fürsorge und gemeinschaftliche Sicherheit. Und der Übergang, dargestellt durch Zoggeli oder Maske, markiert jenen Moment, in dem aus Verletzlichkeit eine bewusste Entscheidung wird: hier zu bleiben und Teil der Gemeinschaft zu sein. Diese Bilder wirken auf den ersten Blick poetisch, auf den zweiten überraschend klar. Sie erzählen von Bewegung, Ankommen und Zugehörigkeit.

IntegrArte als Motor

Federführend organisiert wird die Ausstellung von Ruth Pilotto von IntegrArte in Rapperswil-Jona. Die in Ecuador geborene Kunstvermittlerin lebt in der Stadt und verfolgt eine klare Vision: Kunst soll Menschen zusammenbringen und einen transkulturellen Raum schaffen, in dem Geschichten aus unterschiedlichen Lebenswelten sichtbar werden. Wer die Ausstellung besucht, merkt schnell, dass hier viel Herzblut dahintersteckt.

Ein Platz voller Gespräche

Durch die Vernissage führte Antonia McGrane mit einer engagierten Präsentation, die dem Projekt zusätzliche Tiefe verlieh. Unterstützung erhielt die Ausstellung von der Fachstelle für Kultur sowie der Abteilung Integration der Stadt Rapperswil-Jona.

Und so blieb am Ende vor allem ein Eindruck: Der Hauptplatz war an diesem Abend nicht nur Kulisse, sondern ein Ort lebendiger Begegnung. Die Installation lädt bis am 22. März dazu ein, den Parcours der Zugehörigkeit zu entdecken. Und vielleicht auch selbst ein kleines Stück dieser Geschichten von Vielfalt weiterzuerzählen.

 

Ausstellung:
📍 Ort: Hauptplatz, Rapperswil-Jona
🗓 Zeitraum: 12. bis 22. März 2026

Markus Arnitz, Linth24
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