Der Hauptplatz in Rapperswil ist ein Ort des Kommens und Gehens. Am Freitagabend jedoch wurde er zu etwas anderem: zu einem lebendigen Raum für Kunst, Gedanken und Begegnung. Mit der Vernissage der Installation «Refugio Ambulante» der Künstlerin Daniela Thomet verwandelte sich der Platz für einen Moment in eine Bühne für Geschichten über Herkunft, Identität und Zusammenleben. Federführend präsentiert wird das Projekt von IntegrArte im Rahmen der Aktionstage gegen Rassismus in Rapperswil-Jona. Beim Rundgang durch die Installation wird rasch klar: Hier geht es nicht nur um Bilder. Hier geht es um Menschen, um Erfahrungen und um die Frage, wie Vielfalt eine Gesellschaft bereichern kann.
Ein Manifest der Vielfalt
«Refugio Ambulante» versteht sich als visuelles Manifest. Migration wird darin nicht als Verlust von Heimat dargestellt, sondern als kraftvoller Prozess der Einwurzelung und kulturellen Bereicherung. Elf Illustrationen im F4-Format sind auf dem Hauptplatz verteilt und verwandeln ihn symbolisch in eine Zuflucht für Gedanken und Gespräche. Die Besucherinnen und Besucher bewegen sich von Bild zu Bild, bleiben stehen, schauen genauer hin und beginnen miteinander zu reden. Genau das macht die Kraft dieser Installation aus: Sie bringt Kunst direkt dorthin, wo Menschen sich begegnen.