Hunderttausende Tote, zerstörte Städte, massive Angriffe auf die Energieversorgung: Für die Ukraine ist der Krieg weiterhin ein Albtraum. Doch der ursprüngliche Plan Moskaus, das Nachbarland rasch zu unterwerfen, ist gescheitert. Laut David Nauer kämpft die russische Armee selbst nach vier Jahren nur um einzelne Dörfer im Osten – weit entfernt von einem entscheidenden Durchbruch.
Hohe Verluste, geringe Geländegewinne
Russland zahlt einen enormen Preis. Über eine Million Soldaten sollen getötet oder schwer verwundet worden sein. Der Vormarsch erfolgt langsam, oft zu Fuss und in kleinen Gruppen, da ukrainische Drohnen gepanzerte Angriffe weitgehend verhindern. Militärisch erzielt der Kreml kaum Fortschritte – trotz enormem Einsatz von Menschen und Material.
Krieg gegen Zivilisten – ohne Wirkung
Mehr «Erfolg» habe Russland, so Nauer, bei Angriffen auf die zivile Infrastruktur. Millionen Menschen lebten zeitweise ohne Strom und Heizung. Doch auch diese Strategie habe den Widerstandswillen nicht gebrochen: Das öffentliche Leben funktioniert weiter, die Armee hält stand.
Schwindender Einfluss, steigende Kosten
Geopolitisch und wirtschaftlich gerät Putin ebenfalls unter Druck. Verbündete fallen weg, das Staatsbudget rutscht ins Defizit, die Wirtschaft stagniert. Nauer zieht deshalb eine klare Zwischenbilanz: Putin ist ein schlechter Stratege – und ein miserabler Feldherr.