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Rapperswil-Jona
30.01.2026
30.01.2026 15:57 Uhr

Beni Würth zwischen Milizpolitik und Wirtschaft

Ein Mann mit vielen Facetten: der St. Galler Ständerat Beni Würth.
Ein Mann mit vielen Facetten: der St. Galler Ständerat Beni Würth.
Beni Würth, Ständerat aus Rapperswil-Jona, geriet kürzlich wegen Mandate in der Wirtschaft und angeblicher Intransparenz in die Kritik. Gegenüber Linth24 betont er: Gerade diese Vielseitigkeit stärkt seine Politik.

Der frühere Stadtpräsident von Rapperswil-Jona hat nach seinem Ausscheiden aus der St. Galler Regierung und dem Wechsel in den Ständerat 2019 bewusst ein zweites berufliches Standbein aufgebaut. Neben der Politik engagiert sich der 58-Jährige in Ostschweizer Unternehmen, unter anderem als Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Südostbahn AG oder Verwaltungsrat beim FC St. Gallen.

Praktische Erfahrung wichtig

«Es ist wichtig, dass Parlamentarier praktische Erfahrungen einbringen können», sagt Würth. «Meine Mandate sind unabhängig von meiner politischen Arbeit – würde ich die Politik verlassen, bliebe diese Tätigkeit bestehen.»

Endende Mandate

Der Transparenzbericht von Lobbywatch zählt Würth zu den Politikern mit vielen bezahlten Mandaten. «Ich glaube nicht, dass ich intransparent bin», sagt Würth. «Ich habe alle Mitgliedschaften in wirtschaftlichen und gemeinnützigen Organisationen korrekt angegeben und handle nach meinen Überzeugungen.» Ein Mandat, das im Juni 2026 endet, ist seine Präsidentschaft bei der Vereinigung AOP-IGP,  welche die Interessen der Produkte mit geschützter Herkunft wie St. Galler Bratwurst oder Le Gruyère vertritt.

Praxisnähe als Stärke

Für Würth ist das Milizsystem der Schweiz ein klarer Vorteil: «Es erlaubt, Entscheidungen praxisnah zu treffen und sich gegenüber der Verwaltung zu behaupten.» Seine Erfahrungen aus Wirtschaft und Exekutivtätigkeit auf kantonaler und städtischer Ebene fliessen direkt in die politische Arbeit ein. So bewies er beispielsweise in der zurückliegenden Spardebatte Eigenständigkeit: «Ich war einer der wenigen, die dem Sparkurs der Finanzkommission konsequent gefolgt sind, obwohl wir von vielen Lobbys intensiv bearbeitet wurden»

Löhne nicht auf dem Marktplatz

Zu den Entschädigungen sagt er: «Wir sind ein Halbberufsparlament. Der Arbeitsaufwand für die Politik und die Wirtschaft halten sich bei mir in etwa die Waage, wobei ich natürlich mehr als 42 Stunden arbeite».

Für Würth sei klar: «Es soll transparent sein, was jeder beruflich macht. Was er oder sie dabei verdient – seien es Löhne, Honorare oder Beratungsentschädigungen -, das gehört nicht auf den öffentlichen Marktplatz». 

Oder mit anderen Worten: Beni Würth zeigt, dass Engagement über das Parlament hinaus kein Widerspruch, sondern ein Gewinn für die Politik ist – auch für seine Heimatregion Rapperswil-Jona.

Thomas Renggli
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