Gölä und die starken Männer
Schwinger sind pünktlich. Exakt um 8.30 Uhr verkündet der Speaker: «Manne a d’Arbet». In der riesigen Arena greifen die ersten Sägemehl-Gladiatoren zusammen – und nur Sekunden später gibt es den ersten Sieger: Auf Platz 3 bodigt Timo Gisler den Kanada-Schweizer Thomas Badat.
Vollbesetzte Ränge
Zuvor ist die ganze Dosis freundeidgenössischer Glückseligkeit durch das bereits im Morgengrauen vollbesetzte Stadion gebrandet. Der Einmarsch der Schwinger der fünf Teilverbände ist ein erster emotionaler Höhepunkt des Festes. Besonders die Berner Delegation wird mit grossem Applaus begrüsst. Und sogar Petrus ist ein Schwinger: Pünktlich zum Feststart bläst er die Regenwolken aus dem Zigerschlitz.
Der Berner Volksbarde
Akustisch stimmt der Rahmen ebenfalls: Gölä, der Berner Volksbarde höchstpersönlich, intoniert spontan den Schweizer Psalm - begleitet von melodisch-kräftigen Jodeltönen. Fast alle der 56'500 Zuschauer stehen stramm. Und nicht wenige müssen sich eine patriotische Träne aus den Augenwinkeln wischen.
Dann singt das «Heimatchörli Ennenda» vom «wunderschönen Glarnerland». Und um 9.50 Uhr kommt es zum mit Spannung erwarteten ersten Gang zwischen den Topfavoriten Fabian Staudenmann und Samuel Giger. Beide treten engagiert ins Sägemehl. Doch sie sind nicht bereit, das Letzte zu riskieren. So endet ein taktisch geführter Kampf mit einem Gestellten – ein Resultat, das beiden alle Optionen offen lässt.
Hoch lebe der König
Danach betritt auch König Joel Wicki die Bühne. Und der Luzerner macht gegen den Berner Aufsteiger Michael Moser klar, dass er bis morgen Abend alles daransetzen wird, seinen Titel erfolgreich zu verteidigen. Mehr als einmal ist er nahe am Sieg – zunächst verteidigt sich Moser heroisch. Doch letztlich drückt Wicki seinen Kontrahenten ins Sägemehl. Hoch lebe der König!
Schlegel bodigt Reichmuth
Zuvor hat der Nordostschweizer Werner Schlegel in einem spektakulären Kampf Pirmin Reichmuth platt gelegt – und den Zuger Geheimfavoriten vorzeitig wohl entscheidend zurückgebunden.
Damit ist das grosse Fest so richtig lanciert. Und schon zu diesem frühen Zeitpunkt hat sich Joel Wicki in eine formidable Situation gebracht.