FCRJ: Im Hoch dank Shaqiri-Pizza
David Sesa ist kein Mann der lauten Töne. Der frühere Serie-A-Profi lässt als Trainer des FC Rapperswil-Jona lieber Taten sprechen: «Wir schauen von Spiel zu Spiel – und nach der letzten Runde sehen wir, wofür es reicht».
Das formstärkste Team
Trotz des Understatements könnte dies eine ganze Menge sein. Der FCRJ ist in diesem Frühjahr das formstärkste Team der dritthöchsten Liga. Zuletzt siegte er viermal in Serie – von den sieben Partien seit der Winterpause gewann er fünf. Einmal spielte er unentschieden. Nur in Delsberg musste er als Verlierer vom Platz.
Es fällt auf, dass der Aufschwung am Obersee zeitlich mit dem Einstieg der Brüder Erdin und Xherdan Shaqiri sowie deren Geschäftspartner Arber Sakiri zusammenfällt.
Shaqiris Trainingsbesuch
Und tatsächlich scheint vor allem FCB-Star Xherdan, der auf dem Grünfeld als Minderheitsaktionär fungiert, mit einer kleinen Geste grosse Wirkung erzielt zu haben. Sesa erzählt: «Er kam bei einem Training vorbei und begrüsste Spieler und Staff. Das war für alle ein grosses Erlebnis.» Ausserdem habe er die ganze Mannschaft zum Essen ins «Dieci» eingeladen: «Solche Anlässe motivieren und schweissen zusammen», so der Trainer.
Verletzte zurück, neue Spieler dabei
Sesa nennt aber auch andere (sportlich bedeutendere) Gründe für das Rapperswiler Hoch: «Nach einem starken Saisonstart hatten wir im Herbst grosses Verletzungspech zu beklagen.» Mit Dimitri Volkart, Marin Wiskemann, Helaku-Josué Schmidt, Guillermo Padula und Ruben Pousa fehlten diverse Schlüsselspieler teilweise monatelang.
Durch deren Rückkehr habe sich die personelle Situation deutlich verbessert, so Sesa. Ausserdem gelang es den FCRJ-Verantwortlichen mit Stürmer Florian Kamberi, den Mittelfeldspielern Alexis Charveys, Shakur Omar, Timon Näpfer und Federico Crescenti sowie Verteidiger Arbnor Hasani die Mannschaft in allen Reihen zu verstärken. Sesa sagt zufrieden: «Wir besitzen eine deutlich breitere Basis als noch vor ein paar Monaten.» Dies mache das Team vielseitiger – und für die Gegner schwer auszurechnen.
Drei Punkte hinter Platz 1
Vor falscher Sicherheit warnt der Trainer aber: «Wir liegen drei Punkte hinter Rang 1 – und gegen die Topteams aus Biel und Kriens müssen wir noch auswärts antreten.» Das macht aber auch deutlich: Der FC Rapperswil-Jona hat das Schicksal in den eigenen Füssen. Wenn er so weitermacht, wie er das Jahr 2025 begonnen hat, sind Aufstiegsträume auf dem Grünfeld definitiv erlaubt.
Heikle Aufgabe gegen Baden
Den nächsten Schritt zum grossen Ziel kann das Team am Samstag im Heimspiel gegen Baden machen. Doch just der Vergleich mit dem Drittletzten der Tabelle ist für David Sesa kein Selbstläufer: «Der FC Baden spielte vergangene Saison noch in der Challenge League. Und jetzt kämpft er eine Liga tiefer gegen den Abstieg». Das zeige: In der Promotion League ist alles möglich – im Guten wie im Schlechten.