Regionalpolitik an Raumstrategie
Vor knapp 20 Jahren haben die Gemeinden der Region Zürichsee-Linth eine gemeinsame Strategie für die regionale Siedlungs- und Verkehrsentwicklung erarbeitet – die «Vision 2025». Die Planung stimmte die räumliche und verkehrliche Entwicklung der Gemeinden aufeinander ab. Zudem diente die «Vision 2025» als Grundlage für weitere Planungsinstrumente wie das regionale Gesamtverkehrskonzept aus dem Jahr 2009 sowie den Regionalplan 2014.
Seither haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Das Bevölkerungswachstum, die demografische Entwicklung, die fortschreitende Urbanisierung sowie neue gesetzliche Anforderungen durch das Raumplanungsgesetz erfordern eine Aktualisierung der regionalen Planungen. Deshalb erarbeitet die Region Zürichsee-Linth in den kommenden zwei Jahren eine neue räumliche Strategie sowie darauf abgestimmt einen Masterplan für die regionale Raumentwicklung.
Praktische und realistische Ziele im Fokus
Kürzlich trafen sich auf Schloss Rapperswil auf Einladung der Region Zürichsee-Linth über 50 politische Entscheidungsträgerinnen und -träger aus den zehn Gemeinden zwischen Amden und Rapperswil-Jona. Der erstmals durchgeführte Regio Summit stand ganz im Zeichen der neuen räumlichen Strategie 2050.
Markus Gmünder, Co-Leiter des Kompetenzzentrums Regionalökonomie der HSLU Hochschule Luzern, betonte den Wert der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit: «Während die Zusammenarbeit beispielsweise bei der Sozialhilfe, der Altersversorgung oder der Wirtschafts- und Standortförderung bereits gut funktioniert, besteht in der Raumplanung noch viel Potenzial.»
Deswegen soll die neue räumliche Strategie möglichst breit abgestützt werden. Félix Brunschwiler, Präsident der Region Zürichsee-Linth, erklärte: «Neben den Gemeinderäten werden im Rahmen von Workshops auch weitere Akteure aus den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik miteinbezogen.»
Ergänzend sagte Projektleiter Kaspar Fischer vom Ingenieurbüro EBP Schweiz: «Mit der anstehenden Planung schafft die Region klare Leitplanken für die langfristige räumliche Entwicklung. Im Fokus stehen praktische, realistische Ziele.» Zudem bestehe die Absicht, die Strategie auf laufende Planungen wie das Agglomerationsprogramm Obersee oder aktuelle Verkehrsplanungen abzustimmen.
Das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken
Zum Auftakt des Prozesses wurden die Behördenvertreterinnen und -vertreter am Regio Summit zur Mitwirkung aufgefordert. Besonders grosser Handlungsbedarf wurde in der Diskussion nicht ganz unerwartet beim motorisierten Individualverkehr, beim öffentlichen Verkehr sowie bei der Wohnraumnutzung geortet.
Zudem war man sich einig, dass die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Rapperswil-Jona als Regionalzentrum und den umliegenden Gemeinden weiter vertieft werden soll. Ebenso gilt es, über Gemeindegrenzen hinweg das Zusammengehörigkeitsgefühl zu verstärken.
Zehn Gemeinden – eine Region
Der Verein Region Zürichsee-Linth vereint die zehn politischen Gemeinden im St.Galler Wahlkreis See-Gaster. Er befasst sich mit Aufgaben und Themen, die eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit erfordern, und setzt sich für eine nachhaltige Regionalentwicklung ein. Mitglieder sind die Politischen Gemeinden Amden, Weesen, Schänis, Benken, Kaltbrunn, Gommiswald, Uznach, Schmerikon, Rapperswil-Jona und Eschenbach mit über 70'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Der Verein Region Zürichsee-Linth koordiniert die räumliche Entwicklung der Gemeinden und stimmt sie auf die regionalen und kantonalen Planungen ab.