Allerheiligen: Tod immer präsent
Gabriela Rub ist Zeremonienleiterin. «Ich bezeichne mich als spirituell und entsprechend gestalte ich meine Zeremonien nicht konfessionsgebunden», sagt sie. In erster Linie gehe es darum, dass trauernde Personen auf persönliche Art Abschied von einem lieben Menschen nehmen können, und dass die verstorbene Person angemessen gewürdigt werde.
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bildet sich Gabriela Rub auch nach vielen Jahre Zeremonien-Praxis regelmässig weiter. Weil jede Trauersituation anders ist, seien die Vorgespräche wichtig. Da zeige sich, welche Wünsche die verstorbene Person hinterlassen habe, was die Angehörigen vorschlagen, welches Thema sie für die Zeremonie wählen, ob sie in die Abschiedsfeier einbezogen werden möchten. Oder ob jemand etwas sagen oder musizieren möchte.
Bedürfnis nach mehr Privatsphäre – seit Corona
Nach der Pandemie sei das Bedürfnis nach individuellen Abschiedsfeiern am See oder im Wald deutlich grösser geworden. Noch immer aber sei der katholische oder reformierte Kirchgang zur Beerdigung «das Normale», führt Gabriela Rub aus. Als Zeremonienleiterin hat sie auf allen Friedhöfen Zutritt, nicht aber in den katholischen Kirchen und Kapellen. In den sogenannten entweihten Kirchen ist eine konfessionsneutrale Hochzeit, eine Willkommensfeier für das Kind oder eine Abschiedsfeier hingegen möglich.
Mittlerweile gibt es viele Alternativen zur kirchlichen Erd- oder Urnenbestattung. Grosse Organisationen bieten ganze Pakete an vom Einsargen eines Verstorbenen bis zur Bestattung und Unterstützung aller administrativer Amtshandlungen.