Versorgung mit Strom & Gas: Vernunft und Vorsorge statt Panikmache
Eines zeigten die fachlich informativen Vorträge der beiden Experten auf: Die momentanen Probleme in der Energieversorgung haben wenig mit der Kompetenz der Strom- und Gas-Organisationen zu tun, sondern gründen in Versäumnissen der Politik. Nicht lokaler Behörden wie jetzt viele vielleicht mutmassen, sondern mit den Reaktionen nationaler und internationaler Politik auf aktuelle Konflikte in Europa.
Versorgungssicherheit Strom
Michael Bätscher, Geschäftsführer EWJR, zeigte auf eindrückliche Weise die Verflechtungen der Akteure im Strommarkt auf verschiedenen Ebenen und die damit einhergehende Volatilität von Angebot und Nachfrage, welche schlussendlich die Konditionen für die Endverbraucher bestimmen. Eine gewisse Entspannung bringt die Zunahme an Photovoltaik-Anlagen, deren Beschaffung hingegen wieder von der Verfügbarkeit der Rohstoffe und der Energieressourcen für Produktion und Transport abhängen.
Versorgungssicherheit Gas
Ernst Uhler, CEO von Energie Zürichsee Linth EZL, machte in seinem Referat klar, dass die Schweiz keine zum Rest von Europa vergleichbaren Gasspeicher verfügt. Die Speicherkapazitäten hierzulande reichen gerade einmal für den Tagesausgleich. Die Schweiz verfüge aber über Solidaritätsabkommen mit Deutschland und unterhalte Gespräche und Abmachungen mit den anderen Nachbarstaaten Frankreich, Italien und Österreich. Mit der Bereitstellung organisatorischer Strukturen ist Energie Zürichsee Linth auf allfällige Eventualitäten gut vorbereitet.
Energiesparen mit Köpfchen
Auch die Stadtverwaltung Rapperswil-Jona hat und diskutiert einen Aktionsplan. So stösst z.B. die Reduktion der Beleuchtung im öffentlichen Raum und in und um die stadteigenen Liegenschaften auf wenig bis keinen Widerstand. Die Preisentwicklung beschäftigt die Bevölkerung am meisten. Wie sich die Strompreise für 2023 zusammensetzen, darüber informiert das EWJR in einer detaillierten Aufstellung. Über die Gasversorgungssicherheit in der Schweiz informiert die EZL auch über die Publikationen des Verbands «gazenergie».
Den wichtigsten Anteil zur Bewältigung einer möglichen Energiemangellage trägt aber jeder Einzelne mit seinem Verhalten. Energiesparen geht nicht mit Lippenbekenntnissen. Taten sind gefragt. Wertvolle Spartipps findet man bei nicht-verschwenden.ch.